Der

Bittner-Bäcker aus Glatz in Schlesien

Erinnerungen an meine Kindheit

von:

Manfred Bittner

Elektromeister

Sohn des Bäckermeisters Gerhard Bittner

Enkel des Bäckermeisters Paul Bittner

Mein Geburtshaus - Roßstrasse 11

Der Bittner-Bäcker - Roßstrasse 11

heute ul Jana Matejki

war bekannt für seine “Samman” Semmeln.

Hier an der Roßstraße 11 wurde ich im Januar 1939, als ältester Sohn des Bäckermeisters Gerhard Bittner und seiner Ehefrau Charlotte, älteste Tochter des Fleischermeisters Josef Strihauka aus Bad Kudowa, geboren.

 Wie es das Foto es zeigt, habe ich mein Elternhaus in Erinnerung.

Die Schrift „Paul Bittner Bäckerei u. Konditorei“ bestand aus blattvergoldeten Lettern.

Mein Großvater mußte unter polnischer Verwaltung die Schrift selber entfernen.

Das Foto hat mein Vater aufgenommen

Mein Vater fotografierte und entwickelte selbst seine Filme.

Im Januar 1920 kaufte mein Großvater die Bäckerei in der Roßstrasse 11 und baute gleich einen für die damalige Zeit hochmodernen Dampfbackofen ein.

Die Schrift über dem Laden, auf diesem Foto noch gemalt, lautet:

Paul Bittner Brot- Weiss- & Feinbäckerei

Die rechten Nachbarn:

Gasthaus Krebs

und

 Josef Scharff Gerberei & Lederhandlung

haben später, wie der linke Nachbar

Optiker Donkel

  schon jetzt, zurückliegend neu, und höher gebaut.

www.donkel.de/geschichte.htm

Meister - Gesellen - Lehrling -  im Hintergrund, die Arme in die Hüften gestemmt, mein Grossvater.

Die Backstube mit dem

Dampfbackofen

Ganz rechts:

Eine Teigknetmaschine Fabrikat

 DIOSNA

Dirks & Söhne Osnabrück

 

Aufgelassen am 02.Januar 1920 - eingetragen am 28.Januar 1920 - Unterzeichnet: Krüger / Klimeck

Auflassungsurkunde für das Grundstück Roßstrasse 11

 Sein Meisterbrief ist am 11. Februar 1921 in Breslau ausgestellt

Meine Grossmutter Oma Agnes hinter der Ladentheke.

Diese sehr alte Postkarte fand ich im Nachlass meiner Grosseltern.

Das vierte und kleinste Haus dürfte mein Geburtshaus sein.

  

Die Roßstrasse 11 im Juli 1966

Frau Riedel aus Leer / Ostfr. war in Glatz und brachte uns dieses Foto mit.

Ich erinnere mich noch, daß Frau Riedel mit ihrer Tochter Helga bei uns im Hinterhaus wohnte.

Zum Hinterhaus ging man bei uns durch die Haustür rechts.

Das Hinterhaus, direkt am Mühlgraben gelegen, ist längst abgerissen.