Der

Bittner-Bäcker aus Glatz in Schlesien

Erinnerungen an meine Kindheit

von:

Manfred Bittner

Elektromeister

Sohn des Bäckermeisters Gerhard Bittner

Enkel des Bäckermeisters Paul Bittner

Paul Bittner

Ein Foto aus der Kriegszeit 1943

Mein Vater war bereits von der Wehrmacht eingezogen.

Das Foto zeigt meine Grosseltern, meine Mutter, mein zwei Jahre jüngeren Bruder Wolfgang und mich. Auf der Rückseite ist das Datum 22.07.43 vermerkt und dürfte wohl das Aufnahmedatum sein.

Zu dieser Zeit wußte mein Grossvater, dass der Krieg verloren war und ahnte böses. Was dann Wirklichkeit werden sollte, konnte sich niemand vorstellen. Porzellan, Silber und Wertgegenstände wurden rechtzeitig vergraben.

Die Schanze wurde nicht geplündert!

So wurde das meiste Inventar einschliesslich Bekleidung von den neuen Besitzern übernommen.

Mein Großvater in seinem Element

Opa wuste sich in allen Lebenslagen zu helfen.

Er redete nicht lange - er handelte!

Als Selbstversorger litten unsere Familie und unsere Angestellten auch in der Kriegszeit keine Not.

 

Vor dem Krieg haben unsere Eltern und Grosseltern bessere Zeiten gesehen.

Diese Foto zeigt meinen Grossvater wie er war:

Energiegeladen, die Hemdsärmel hochgekrempelt, mit beiden Händen zupackend, ohne lange Diskussionen.

Opa Paul war Bäckermeister mit Leib und Seele  - und ein erfolgreicher Unternehmer.

Er war bis ins hohe Alter für Neuerungen aufgeschlossen - “ Es muss immer vorwärts gehen “ war seine Devise

Er stand frühmorgens auf, rauchte nicht, trank gern ein Glas Bier - aber nicht mehr !

“Einmal am Tag muß der Mensch schwitzen” dafür sorgte er

Jagd und Tierhaltung waren seine Hobbys

Opa Paul trägt mich auf dem Arm. Hinter uns die Ecke des Blockhauses. Hinter den Bäumen die Mietshäuser an der Königshainerstrasse - ul Slaska

Opa mit seinen Enkeln Manfred und Wolfgang

Wie schon gesagt: Opa Paul war Bäckermeister mit Leib und Seele

und seine Enkel sollten es ebenfalls werden.