Der

Bittner-Bäcker aus Glatz in Schlesien

Erinnerungen an meine Kindheit

von:

Manfred Bittner

Elektromeister

Sohn des Bäckermeisters Gerhard Bittner

Enkel des Bäckermeisters Paul Bittner

Gellenbeck

Im November 1950 heiratete Opa die Witwe Marie - Elise Kunisch, geb. Hübner, “Lieschen” genannt.

1975 feierten sie Silberhochzeit

Im April 1978 verstarb Opa Paul im gesegneten Alter von 89 Jahren.

Er hatte sich eine Lungenentzündung geholt - das ist wörtlich zu nehmen.

Im Krankenhaus hatte Opa bald die Sprache verloren. Er drückte mir die Hand und machte dann eine Geste, ich solle gehen.

Dann ging er, wie er es mir so oft gesagt hat, den Weg, den jeder allein gehen muss und den man nichtmehr zurück kommt.

Nach Opas Tod liess Oma zunehmend geistig nach. Dank des selbstlosen Einsatzes meiner Frau und liebevoller Nachbarn konnte sie bis zuletzt in ihrer Wohnung bleiben.

Oma Lieschen verstarb ein Jahr später, im November 1979 im Alter von 83 Jahren.

Bildhauer Bernhard Gewers

unser Freund und Nachbar schuf diesen Gedenkstein.

Dreissig Jahre zierte er das Grab meiner Großeltern auf dem Friedhof in Gellenbeck. Jetzt hat er einen Ehrenplatz in unseren Garten

Für Grossvater war der Tot ein ganz normaler Bestandteil des Lebens. Etwa zwei Jahre vor seinem Ableben berichtete er mir in bester Laune:

 “ Junge, ich habe heute für Oma und mich eine Grabstelle gekauft. Schön am Hauptweg gelegen, die Sonne wird am Kopfende aufgehen, den ganzen Tag unser Grab bescheinen und zu unseren Füssen unter gehen.”

Im März 1949 verstarb Oma Agnes. Nicht zuletzt hatte das Heimweh entschiedenen Anteil an ihrem frühen Tot. Nach einem Trauerjahr heiratete Opa die Witwe Marie - Elise Kunisch, geb. Hübner, “Lieschen” genannt.

Opa war katholisch, Oma Lieschen lutherischen Glaubens. “ Wir sitzen doch alle in einem Boot, “ so lebten sie miteinander.

Mit diesen eben erwähnten Informationen machte sich Bernhard Gewers an die Arbeit. Den Rest überliessen wir seiner künstlerischen Freiheit.

Der Bildhauer Bernhard Gewers reflektierte in diesem Gedenkstein Grossvaters Geist:

Statt ewiger dunkler Trauer, den stets nach vorn gerichteten Blick, ein dankbares Andenken an ein erfülltes Leben.